Geschichte des Tees: Wie Tee nach Europa kam

Weltkarte - Geschichte des Tees

Von China nach Europa

Die Geschichte des Tees begann vor etwa 5000 Jahren.

2737 v. Chr. soll der chinesische Kaiser Shennong mit einer heißen Schale Wasser in seinem Garten gewesen sein und durch einen Zufall den ersten Tee entdeckt haben. (Die ganze chinesische Legende kannst du hier lesen)

Als die Tee-Revolution zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Europa die ersten Schritte machte, hatte China bereits eine über Jahrtausende entfaltete Teekultur.

Die erste Teelieferung

1610 traf mit einem Schiff der erste Grüne Tee in der niederländischen Ostindien-Kompanie, im niederländischen Hafen von Amsterdam, ein. Damals besaß die niederländische Ostindien-Kompanie das Monopol für den Handel zwischen Europa und Asien.
Da kein direkter Zugang zu China bestand, wurde der Tee über Java (Indonesien) transportiert.

Im Jahr 1637, so wird berichtet, waren die ersten chinesischen und japanischen Tee-Kisten an Bord. Vom Handelsstützpunkt Batavia (heute Jakarta in Indonesien), nach Amsterdam.

Von Holland nach England

1644 brachten die Holländer den ersten Tee nach England, angeblich waren es 100 Pfund (45 kg).

Eine neue Route – der “Karawanentee”

Die Lieferung von Asien nach England war damals etwa sechs bis neun Monate unterwegs – durch den langen, und teilweise auch sehr feuchten, Transportweg wurde die Ware oft muffig.

1618 brachte Wassili Storkow erstmals Tee über den Landweg. Er transportierte 200 geschenkte Kisten von China nach Russland. Tee wurde zuerst auf diesem Weg in Russland getrunken und wurde dann auch in weitere Teile Europas transportiert.
Dieser Tee wurde “Karawanentee” genannt und galt, verglichen mit dem Tee der über den Seeweg nach Europa transportiert wurde, als bessere Qualität.

Später zählten feine Mischungen aus verschiedenen Teesorten zum Karawanentee (auch “Russischer Tee” oder “Russischer Karawanentee” genannt), darunter: Oolong, Keemun und Lapsang Souchong.

Tee – Gesund oder schädlich?

Zunächst gab es unterschiedliche Meinungen darüber, ob Tee gesundheitsfördernd oder schädlich ist.
Der bekannteste Befürworter des Tees war der holländische Arzt Cornelius Bontekoe.

1679 veröffentlichte Bontekoe eine umfangreiche Abhandlung, in der er der Bevölkerung riet täglich so große Mengen Tee zu trinken, wie die Nieren ausscheiden können. Dementsprechend sollten kranke Personen bis zu 200 Tassen pro Tag trinken. Seine Veröffentlichung hatte einen positiven Einfluß auf die Geschichte des Tees.

Tee in England

1662 wurde am englischen Hof der Tee durch Katharina von Braganza, sie spielt eine Rolle in der Geschichte des Tees und gilt allgemein als Begründerin der britischen Teekultur, die sich zunächst innerhalb des Adels ausbreitete.

1717 eröffnete Thomas Twining das erste Teegeschäft in London.
1732 öffnete der erste Teegarten (Vauxhall Gardens). Diese Neuerung waren Parks mit beleuchteten Gehwegen, Musikpavillons und Verkaufsständen (für Tee und Desserts).

Das Teetrinken gehört auch heute noch zur typisch britischen Lebensart und ist fester Bestandteil der Trinkkultur der Briten und mit einem jährlichen Konsum von 1,84 kg pro Kopf ist das vereinigte Königreich weltweit auf Platz 9 (siehe: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/386269/umfrage/pro-kopf-konsum-von-tee-weltweit-nach-laendern/) .

Tee in Deutschland

Von den Niederlanden aus kam Tee Mitte des 17. Jahrhunderts nach Deutschland. Zuerst nach Ostfriesland, wo sich eine eigene Teekultur entwickelte.

1743 öffnete das erste Teegeschäft in Deutschland. In Hannover, das damals zur britischen Krone gehörte. Dieses Teegeschäft existiert bis heute: F. J. Seeger, genannt Tee-Seeger. Benannt nach seinem Gründer Friedrich Jacob Seeger, gilt es als das älteste Teespezialitätengeschäft Deutschlands.

1778 versucht der preußische König Friedrich II. den Teekonsum zu verbieten, seine Versuche blieben allerdings erfolglos. Er bezeichnete Tee als “Drachengift als China” und war überzeugt davon, dass Tee mindestens ungesund, wenn nicht sogar schädlich sei.

Als Großbritannien 1780 eine Handelssperre über die Niederlande verhängte, ließen sich viele niederländische Kaufleute in Ostfriesland nieder. 300 niederländische Handelsschiffe fuhren unter ostfriesischer Flagge, das führte zu einer wachsenden Popularität des Tees vor allem in Norddeutschland.
In literarischen Salons, die privater gesellschaftlicher Treffpunkt für Diskussionen, Lesungen oder musikalische Veranstaltungen waren, kam Tee in Mode und man traf sich zu Teegesellschaften.